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Design-Betätigungsplatten als Schnittstelle zwischen Architektur und Funktion
Interview mit Designer Achim Pohl (ARTEFAKT)

Bei der Ausstattung eines Bades stehen sie nur selten im Fokus – und spielen ästhetisch wie funktional doch eine entscheidende Rolle: Die Betätigungsplatten für WC und Urinal sind in jedem Bad die maßgebliche, die im wahrsten Sinne des Wortes (an)fassbare Schnittstelle zwischen Architektur und Funktion. Das sagt zumindest Achim Pohl.

Der Gründer des Designbüros ARTEFAKT (Darmstadt) hat mit seinem Geschäftspartner Tomas Fiegl für Viega in den vergangenen Jahren nahezu ein Dutzend Betätigungsplatten gestaltet, die fast durchweg mit Design-Preisen wie dem „if Design Award“, dem „Red Dot Design Award“ oder dem „Design Plus Award“ ausgezeichnet wurden. Gleichzeitig gelang es Pohl, diese Betätigungsplatten als Symbiose aus Form und Funktion über Trend- und Modewechsel hinweg mit der Viega Marken-Identität aufzuladen und zu einem dem Hersteller eindeutig zuzuordnenden Gestaltungselement im Bad weiterzuentwickeln.

Viega

Betätigungsplatten wirken in jedem Bad stilprägend, idealerweise ohne sich selbst in den Vordergrund zu spielen. Bei Viega erfüllen die verschiedenen Serien diesen Anspruch mit einer ebenso stillen wie überzeugenden Selbstverständlichkeit. (Fotos: Viega)

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Entscheidungsfindung auf dem Weg zu einem Gestaltungstrend, der über Jahre trägt: Über Einordnungen wie diese entwickelt das Designbüro ARTEFAKT ein Gefühl für die Formensprache der kommenden Jahre.

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Die Betätigungsplatte ist die Schnittstelle zwischen persönlicher Lebenswelt und Architektur, zwischen Gefühl, Ästhetik und Funktionalität – und muss gleichzeitig intuitiv zu bedienen sein.

Herr Pohl, warum haben gerade Betätigungsplatten diese ganz spezielle, designstarke Bedeutung im Bad?

Auf der einen Seite sind Betätigungsplatten, wie Waschtischarmaturen, zunächst einmal ein rein funktionales Ausstattungselement. Das heißt, sie müssen idealerweise selbst im abgedunkelten Raum bis hin zur Zwei-Mengen-Spülung intuitiv bedienbar sein. Auf der anderen Seite wirken Betätigungsplatten in jedem Bad aber zugleich stilprägend; allein schon aufgrund ihrer flächigen Größe. Im ungünstigen Fall dominieren sie dadurch das Interieur, im günstigsten und von uns gewollten unterstützen sie es, ohne sich selbst in den Vordergrund zu spielen.

Das hört sich wie ein ganz großer Spagat an, den das Designbüro bei der Gestaltung einer Betätigungsplatte schaffen muss. Woran orientieren Sie sich dabei? Denn das Design soll ja – wie das Bad selbst – in aller Regel über zehn und mehr Jahre hinweg gefallen …

Es ist auch ein Spagat, der schon bei der Suche nach dem länger anhaltenden, alles dominierenden Trend beginnt. Wohnwelten sind dabei für uns ein maßgeblicher Indikator, die wir über die Betätigungsplatte im Bad spiegeln. Die Trends als solche werden dann in der Regel im Luxussegment gesetzt, bevor die Formensprache nach und nach schließlich von anderen Zielgruppen und damit auch von neuen Preisbereichen übernommen wird.

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Wie kann sich denn dann ein Großserienhersteller, der wie Viega mit WC-Vorwandelementen und Betätigungsplatten sowohl die exklusiv ausgestatteten Bäder wie den Volumenmarkt bedient, darauf einstellen?

Bei Viega stellt gerade diese Bandbreite der Marktbearbeitung mit den dahinterstehenden Fertigungstechnologien im eigenen Hause ein großes Pfund dar, mit dem wir als Designer wuchern können! Sehr schön wird das an den aktuellen Serien Visign for More 105 und Visign for Style sensitive deutlich. Die sind zur ISH 2017 erstmals vorgestellt worden und haben ebenfalls direkt verschiedene Designpreise gewonnen.

Die Betätigungsplatten Visign for More 105 stehen dabei für das neue Softedge-Design. Es löst den bislang dominierenden, minimalistischen Trend ab. Die Formen werden also wieder weicher, wieder emotionaler. Das ist das eine. Das andere ist die Materialität dieser Betätigungsplatten – Glas und Aluminium –, die über ihre Wertigkeit die inhaltliche Bedeutung der Platten als Trendsetter an der Schnittstelle zur Badarchitektur auch haptisch unterstreicht.

Die neue Visign for Style sensitive hingegen ist mit ihrem ausgewogenen Preis-/Leistungsverhältnis für einen ganz anderen Markt aufgestellt – und damit formal so etwas wie der Brückenschlag zwischen dem bisher bestimmenden Minimalismus und dem jetzt wachsenden Trend zur Emotionalität: Die klare Kontur der Betätigungsplatte aus hygienischem hochglänzendem Kunststoff ist mit einem nachleuchtendem Punktraster kombiniert, das eindeutig die Funktion definiert und so selbst im Dunkeln intuitiv die kleine und die große Spülmenge erfassbar werden lässt. Berührungslos auslösend sind diese Betätigungsplatten also ein starkes Statement für Form und Funktion und trotz Elektronik für einen Volumenmarkt attraktiv, der sich stilistisch im Wandel befindet.

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Zugleich bedient die berührungslose Auslösung den ausgeprägten Wunsch vieler Menschen nach Hygiene gerade bei einem WC mit einer größeren Zahl unterschiedlicher Nutzer – und verleiht diesem Hygieneanspruch über das Design auch optisch einen signifikanten Ausdruck.

Die Ausarbeitung solcher gestalterischen, technischen und materialmäßigen Ausdifferenzierungen unter einem umfassenden Marken- und Designdach ist aber nur möglich, weil Viega letztlich in den verschiedenen Märkten gleichermaßen präsent ist und als Hersteller das entsprechende technische Know-how einbringen kann.

Wie schaffen Sie es als Designer aber trotz dieser Trend- und Technologiesprünge, die Marken-Identität von Viega zu wahren? Ein wichtiges Stichwort ist hier zweifellos „Qualität“ …

Wir nehmen den Kern, die Identität der Marke Viega, die sich durch technische Qualität und Konzentration auf die Benutzbarkeit von Betätigungsplatten bezieht, auf und setzen dies in der sich wandelnden Formensprache fort. Es ist eben die Konzentration auf das Wesentliche, die einem Produkt seine Identität verleiht und es der Lebenswelt seiner künftigen Nutzer zuordnet.

Das Ergebnis, das Design wird dann zusätzlich durch eine hochwertige und langlebige Materialwahl beeinflusst, auf die Viega selbst ebenfalls größten Wert legt. Das ist Qualität, die man anfassen kann, die man sinnlich erlebt und die das Gefühl von Nachhaltigkeit verleiht.

Wichtig ist es darüber hinaus, dem Produkt, einer jeden Betätigungsplatte ihre spezifische Identität zu geben. Insbesondere die disziplinierte Reduktion der Funktion, aber auch der Bezug der Gestaltung auf die spezifische Lebenswelt und deren täglichen Anforderungen ordnet sie in ihrer Einfachheit und Klarheit Menschen unterschiedlichsten Alters und Herkunft gleichermaßen selbstverständlich zu, und visualisiert eindeutig die Bedienung – auch das ist ein Synonym für Qualität.

Und nicht zuletzt: die Langlebigkeit des Designs, das wie die mechanische Funktionalität über viele Jahre hinweg tragen sollte. Expressionistische Formen können zum Beispiel durchaus für bestimmte Zielgruppen interessant sein. Für eine werthaltige Marke wie Viega, die in jeder Hinsicht für Beständigkeit und für Nachhaltigkeit steht, wäre das aber ein falscher Weg. Stattdessen setzen wir über unser Design innenarchitektonische Akzente, welche die Architektur in ihrer Sprache ergänzen. Dies zwar weniger auffällig, dafür aber umso stilprägender in seinem ganzheitlichen Anspruch und vor allem freier von kurzlebigen Modeströmungen.

Die Gesellschaft verändert sich schneller denn je, Trends werden immer kurzlebiger. Wie lange wird sich da eine solche Grundüberzeugung von Designer und Hersteller noch durchhalten lassen

Es ist zwar richtig, dass Trends immer kurzlebiger werden und sich immer kleinere Nutzergruppen in ihren ästhetischen Präferenzen wiederfinden möchten. Gleichzeitig sind wir mit den Betätigungsplatten aber in einem wertebewussten Markt unterwegs, in dem für die Kunden die Langlebigkeit der Produkte eine entscheidende Rolle spielt. Insofern werden wir als Designer und Viega als Hersteller hinter diese Grundüberzeugung und Entwicklungsstrategie auch in der Zukunft stehen. Nur so lässt sich Langlebigkeit in einer kurzlebigen Welt generieren, und Viega liefert dem Kunden ein Produkt, das er gerne alltäglich benutzt. Vor allem, weil die Betätigungsplatte als solche ja „nur“ der gestaltete Übergang zu der Spültechnik hinter der Wand ist. Also zu der originären Aufgabe, dass nach dem kleinen oder großen Geschäft die Keramik zuverlässig sauber gespült wird – und dieses Grundbedürfnis steht letztlich über allem anderen. Für Viega als Hersteller mit der Leistungsanforderung, Betätigungsplatte, Spülmechanik und Spülleistung möglichst perfekt zusammenzubringen; und für uns als Designer, den dafür notwendigen Fingertipp so selbstverständlich und unthematisch zu machen wie irgend möglich.

Das honorieren im Übrigen nicht nur die Endkunden, sondern genauso die Handwerker, die diese Spültechnik und diese Betätigungsplatten schließlich verkaufen und einbauen müssen. Und da zählt die Verlässlichkeit, das Vertrauen auf Qualität und Langlebigkeit wesentlich mehr als die Frage, ob Viega in dem ohnehin schon mehr als umfassenden Programm an Betätigungsplatten nicht auch noch die allerletzte der gerade angesagten Trendfarben aufnehmen kann …

Herr Pohl, wir bedanken uns für dieses Gespräch und den fachkundigen Blick auf die gestalterische Entwicklung der designprämiierten Viega Betätigungsplatten!


Betätigungsplatten online konfigurieren

Bei der Gestaltung von Betätigungsplatten entwickelt der Designer Lebenswelten und clustert Nutzergruppen – das Bad, in dem die Platte später eingebaut werden soll, kennt er nicht. Um die Auswahl der „richtigen“ Platte für den verkaufsaktiven Fachhandwerker so einfach wie möglich zu machen, hat Viega den Betätigungsplatten-Konfigurator entwickelt.

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Abschließend erhält der Badplaner eine Übersicht der ausgewählten Konfiguration inklusive Materialliste für die Bestellung. Der Viega Betätigungsplatten-Konfigurator läuft auf PC, Notebook und Tablet und kann unter www.viega.de/Betaetigungsplatten aufgerufen werden.

Online präsentiert Viega hier das komplette Visign-Programm in großformatigen Bildern und allen verfügbaren Designs und Farbvarianten. Mit Hilfe der gezielten Filterung nach bestimmten Kriterien, wie beispielsweise gewünschtes Material oder Farbe, ist das Angebot schnell auf die jeweilige Anwendung eingegrenzt. Für die Simulation der späteren Wandoberfläche bietet der Konfigurator eine Vielzahl von einfarbigen Hintergründen sowie eine Auswahl unterschiedlicher Fliesenoptiken. Zusätzlich lassen sich individuelle Wandoberflächen per Foto importieren.

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